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1567
Politik und Weltgeschehen
- Auf der Suche nach dem Südland entdeckt der Spanier Alvaro de Mendaña de Neyra die Salomonen
- Nach dem Tod von Philipp I. von Hessen wird das Land in vier Kleinstaaten geteilt: Hessen-Kassel, Hessen-Marburg, Hessen-Rheinfels und Hessen-Darmstadt
- Salentin von Isenburg wird Erzbischof von Köln
- Philipp II. von Spanien sendet Herzog Alba mit einem spanischen Heer in die Niederlande. Alba richtet den Rat der Unruhen ein
- Adelsaufstand gegen Königin Maria Stuart von Schottland, sie wird gezwungen zugunsten ihres Sohnes James VI. abzudanken
- Neuer Ausbruch des Hugenottenkrieges nach dem mißglückten Versuch der Hugenotten, König Karl IX. von Frankreich zu entführen
- 12. Februar: Thomas Campion, englischer Komponist, Dichter und Arzt († 1620)
- 22. Februar: Erich Hedemann, Geheimer Rat Christians IV. von Dänemark und des Grafen Anton Günther von Oldenburg († 1636)
- 24. Februar: Heinrich Matthias von Thurn, einer der Hauptführer des böhmischen Aufstandes gegen († 1640)
- 9. Mai: Johann Georg I. von Anhalt-Dessau, Herrscher († 1618)
- 21. August: Franz von Sales, Bischof von Genf/Annecy, Ordensgründer, Kirchenlehrer († 1622)
- 13. November: Moritz von Oranien, Statthalter und Generalkapitän der Land- und Seestreitkräfte der Vereinigten Niederlande († 1625)
- 11. Dezember: Philipp Christoph von Sötern, ab 1610 Bischof von Speyer und ab 1623 Erzbischof und Kurfürst von Trier († 1652)
- 15. Dezember: Christoph Demantius, deutscher Komponist († 1643)
- 17. Januar: Sampiero Corso, korsischer Edelmann, Freiheitskämpfer und Volksheld ( - 1497)
- 10. Februar: Heinrich Stewart, Lord Darnley, Ehemann von Maria Stuart ( - 1545)
- 31. März: Philipp I. (Hessen) der Großmütige ( - 1504)
- 18. April: Wilhelm von Grumbach, Ritter und Abenteurer ( - 1503)
- 19. April: Michael Stifel, deutscher Theologe und Mathematiker ( - 1487)
- 29. Juni: Konrad von Boyneburg, Anführer der Landsknechte unter Kaiser Karl V. ( - 1494)
- 12. November: Anne de Montmorency, französischer Heerführer, Pair, Marschall und Connétable von Frankreich ( - 1493)
ko:1567년
Kategorie:1567
SpanierAls Spanier werden alle Einwohner Spaniens bezeichnet. Die ethnischen Spanier, werden, im Unterschied zu den Minderheiten, Kastilier genannt (Eigenbezeichnung: español für die Einwohner, castellano für die Ethnie). Die spanische Sprache wird daher auch als Kastilisch bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine romanische Sprache.
Von 40,9 Mio. Einwohnern Spaniens sind über 72,3% kastilische Spanier. Sie bilden innerhalb Spaniens nur in Galizien, dem Baskenland, den katalanischen Siedlungsgebieten im Osten und den Balearen eine Minderheit. Eine weitere historische Minderheit von Spaniern findet man in Andorra. Viele Spanier wanderten während und nach der Kolonialzeit vor allem nach Südamerika aus, zu dem immer noch enge kulturelle Bindungen bestehen. Die Eroberung Südamerikas gelang den Spaniern deswegen so leicht, da sie durch die Rekonquista eine starke Militärmacht bildeten.
Die Kastilier sind nahe verwandt mit den anderen romanischen Völkern der iberischen Halbinsel, den Portugiesen, Katalanen und Galicier.
Innerhalb der Kastilier kann man folgende regionale Gruppen unterscheiden: Andalusier, Aragoner, Asturier,Extremadurer, Kanaren. Vor allem Andalusier und Kanaren betonen gerne ihre Unterschiede, auf den Kanarischen Inseln gibt es sogar eine Unabhängigkeitsbewegung.
Kategorie:Europäische Ethnie
Kategorie:Spanien
Kategorie:Kastilien
Alvaro de Mendaña de NeyraAlvaro de Mendaña de Neyra ( - 1541 (?); † 18. Oktober 1595 auf der Insel Santa Cruz, heute Ndende/Salomonen, im Pazifik) war ein spanischer Entdecker und Seefahrer.
spanischer
Etwa 1558 wanderte Mendaña nach Lima, Peru, aus, wo sein Onkel, Lope García de Castro, Generalgouverneur war. 1566 erhielt er den Auftrag, den Südkontinent zu entdecken, den die Geographen der Schule von Dieppe auf ihren Karten (an der Stelle des heutigen Australien) im Pazifischen Ozean eingezeichnet hatten. Mit zwei Segelschiffen und 150 Mann Besatzung brach er am 19. November 1567 von Callao, einem Hafen in der Nähe von Lima, aus in Richtung Australien und entdeckte auf dieser Reise die Inseln Wake, (Jesús Insel, sowie Santa Isabel (7. Februar 1568) und eine Inselgruppe, die er Salomon-Inseln (später Salomonen) nannte.
Am 11. April 1595 brach Mendaña de Neyra mit seiner Frau zu einer weiteren Entdeckungsreise auf und stieß u.a. auf Pukapuka, heute zu den Cookinseln gehörig, und auf die Marquesas-Inseln. Auf der Insel Santa Cruz gründete Mendaña de Neyra zusammen mit seiner Frau Isabel eine spanische Kolonie; dort starb er am 18. Oktober 1595 an den Folgen der Malaria.
Mendaña de Neyra, Alvaro de
Mendaña de Neyra, Alvaro de
Mendaña de Neyra, Alvaro de
Mendaña de Neyra, Alvaro de
Mendaña de Neyra, Alvaro de
Mendaña de Neyra, Alvaro de
Salomonen-Inseln
Die Salomonen sind ein Inselstaat im Südwesten des Pazifiks, östlich von Neuguinea. Zu ihm gehören zum größten Teil die geografischen Inseln der Salomonen, sowie die Rennell-Inseln, die Ontong-Java-Inseln und die weiter östlich liegenden Santa-Cruz-Inseln. Die nördlichen Salomonen gehören zum Staat Papua-Neuguinea. Die Salomonen sind Mitglied des Commonwealth of Nations. Zu den umliegenden Inseln zählen Nauru, Kiribati, Tuvalu, Fidschi und Vanuatu.
Geographie
Die Salomonen umfassen eine Inselgruppe vulkanischen Ursprungs, deren größte Inseln Guadalcanal (höchste Erhebung 2.440 Meter), Santa Isabel, San Cristobal, Malaita, New Georgia und Choiseul sind, sowie schätzungsweise 992 kleinere Inseln und Atolle. Die Vegetation der Inseln ist geprägt von bewaldeten Hügellandschaften. Das tropische Klima ist vom Ozean gemildert.
- Siehe auch: Liste der Städte auf den Salomonen
Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht zu 93 Prozent aus Melanesiern, 4 Prozent Polynesiern, 1,5 Prozent Mikronesiern sowie chinesischen, indischen, australischen und europäischen Zuwanderern.
Geschichte
Bereits ab 1000 v. Chr. besiedelten Melanesier die Salomonen.
Nach der Entdeckung der Inselgruppe im Jahr 1568 durch die Spanier wanderten erst im 18. Jahrhundert erste europäische Händler und Missionare ein. Das Deutsche Reich übernahm den Nordteil der Inseln 1885 als Schutzgebiet. Die restlichen Inseln fielen 1899 an Großbritannien. Nach Beendigung des Ersten Weltkriegs wurde der deutsche Teil als Völkerbundsmandat unter australische Verwaltung gegeben und gehört heute zu Papua-Neuguinea.
Nach Ausbruch des Pazifikkriegs besetzten japanische Truppen 1942-1945 die Inseln. In der Schlacht von Guadalcanal konnten die Amerikaner die Inseln befreien. Nach Kriegsende wurden die Salomonen wieder britisches Protektorat. 1974 spaltete sich eine Inselgruppe vom Salomischen Hoheitsgebiet ab. Dieses völkerrechtliche Kuriosum Namens Neun-Tage-Staat ging in die Landesgeschichte der Salomonen ein, wurde jedoch international kaum thematisiert. Die innere Autonomie erlangten sie 1976 und wurden 1978 unter dem Namen Salomonen ein unabhängiger Staat. Die Salomonen blieben aber Mitglied des Commonwealth. 1983 nahmen sie diplomatische Beziehungen zu Taiwan auf. Von 1998 bis 2000 gab es große ethnische Konflikte auf den Inseln.
Staatsoberhäupter
Im Jahre 2003 sorgten Bilder der salomonischen Insel Tikopia, die von 2000 Menschen bewohnt wurde, für Aufsehen, denn diese waren nicht mehr dort, es stand keine Hütte mehr und alle Bäume der Insel waren ebenfalls verschwunden. Man fand heraus, dass eine bis zu 30 m hohe Flutwelle über die Insel gerollt war und alles, was sich auf der Insel befand, mit ins Meer gespült hatte.
Politik
Das Parlament richtet sich nach dem Westminster-Modell (Mehrparteiensystem). Es kandidieren jedoch prominente lokale Persönlichkeiten, weil es keine dominierende politische Gruppe gibt. Es gibt immer neue Koalitionen, weil die Parlamentarier ständig wechseln. Aufgrund des Konflikts im Juni 2000 auf Guadalcanal stürzte die Regierung; der Konflikt wurde im Oktober 2000 mit einem Friedensvertrag beendet. Für Stabilität soll ein neues Staatssystem sorgen, das den Regionen größere Autonomie verleiht.
Es gibt 49 Sitze im Parlament:
- 42% gehören der PAP (People's Alliance Party),
- 26% den Unabhängigen,
- 24% gehören der SIAC (Solomon Islands Alliance for Change),
- 6% der PPP (People's Progressive Party),
- 2% der LP (Labour Party)
siehe auch: Liste der Premierminister der Salomonen, Liste der Generalgouverneure der Salomonen
Verwaltungsgliederung
Die Salomonen gliedern sich in neun Provinzen. Diese sind (in Klammern die Hauptstadt):
Kultur
Religion
34 Prozent der Salomoner sind Anglikaner (Church of Melanesia), 19 Prozent sind Katholiken, 17 Prozent gehören der South Seas Evangelical Church an, 11 Prozent sind Methodisten, 10 Prozent Adventisten und 9 Prozent gehören sonstigen Religionen an.
Sprache
Amtssprache ist zwar Englisch, jedoch werden auch Pijin (Kreolsprache ähnlich dem Tok Pisin Papua-Neuguineas) als Verkehrssprache und eine Reihe melanesische und polynesische Sprachen gesprochen.
Sport
Eine der größten Sensationen der Fußballgeschichte schafften die Salomonen, als sie in der WM-Qualifikation 2006 das arrivierte und sechsmal so große Neuseeland aus der Qualifikation warfen - wozu allerdings der noch größere Sensationssieg von Vanuatu über die Neuseeländer notwendig war.
Allerdings war die salomonische Fußballnationalmannschaft auch für eine der größten Blamagen des ozeanischen Fußballs verantwortlich, als sie 1994 gegen Nauru sensationell 1:2 verloren.
Wirtschaft
Die Salomonen sind einer der ärmsten Staaten Ozeaniens.
Die wirtschaftlichen Stärken der Salomonen sind die großen Mineralienvorkommen (Gold, Kupfer, Bauxit, Zink, Phosphate, Blei, Kobalt, Silber) sowie die landwirtschaftlichen Ressourcen (ca. 53.400 Tonnen Fisch im Jahr, 58.000 Schweine, 185.000 Hühner, 10.000 Rinder).
Die größte Schwäche der Wirtschaft ist die durch die ethnischen Konflikte 1998 weitgehend zerstörte Infrastruktur. Die Hauptgoldmine wurde von Milizen stillgelegt, und die Gold,- Fisch,- Kopra- und Palmöleinnahmen aufgebraucht. Durch die Unsicherheit werden potenzielle Investoren abgeschreckt. Auch spürt man hier noch die Folgen der Asienkrise.
Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr. Früher kamen die Touristen wegen der Bedeutung Guadalcanals und der Ruhe auf den äußeren Inseln. Auf Grund der ethnischen Konflikte 1998 und Warnungen vor der Einreise kam der Tourismus fast zum Stillstand und erholt sich aufgrund fehlender Mittel nur mühsam.
Zur Zeit kommen etwa 40% der Touristen aus Australien, 13% aus Neuseeland und 5% aus den USA. Die restlichen 42% verteilen sich auf andere Länder.
Schätzungsweise 21.000 Besucher kommen jährlich auf die Salomonen. Seit 1999 ist das eine Zunahme von 62%.
Infrastruktur
Telekommunikation
Durch die ökonomischen Nachwirkungen der Rassenunruhen sind kaum Telekommunikationsanbindungen zu den verstreuten Inseln vorhanden. Die Nachrichtenübermittlung erfolgt hauptsächlich durch Briefe, die von Reisenden transportiert werden; Satellitentelefone sind für die Bevölkerung unerschwinglich. Daher wurde 2001 das Projekt PFnet (People First) mit Hilfe der UNO gestartet, um die Inseln über Funkverbindungen mit E-Mail zu versorgen. Bis Juli 2004 gab es 17 Stationen mit Internet-Cafes. Durch die langsame Anbindung von 2kbps sind keine Webseiten, sondern nur Mail zugänglich, worüber jedoch auch Webrecherchen durchgeführt werden können (tek.sourceforge.net).
Medien
Auf den Salomonen gibt es keine örtlichen TV-Sender. Die Salomoner sind gegen Fernsehen, weil dies ihre Kultur zerstöre. Es gibt nur eine Radiostation, die in Englisch und Pidgin sendet.
Insgesamt gibt es auch nur zwei Tageszeitungen:
[http://www.solomonstarnews.com The Solomon Star] und Solomon Voice.
Die tägliche Zeitungsauflage liegt bei 16 Zeitungen auf 100 Insulaner.
Feiertage
Jede Insel der Salomonen feiert ihren eigenen Provinztag.
- 25. Febr. Choiseul
- 8. Juni Temotu
- 29. Juni Zentralprovinz
- 1. bis 7. Juli Honiara
- 7. Juli Jahrestag der Unabhängigkeit
- 20. Juli Renell/Bellona
- 1. Aug. Guadalcanal
- 3. Aug. Makira
- 15. Aug. Malaita
- 7. Dez. Westliche Provinz
Weblinks
- [http://www.peoplefirst.net.sb/General/PFnet.htm Informationen über das Peoplefirst-Projekt]
- [http://www.commerce.gov.sb Solomon Islands Government]
Kategorie:Monarchie
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Kategorie:Staat
ja:ソロモン諸島
ko:솔로몬 제도
ms:Kepulauan Solomon
simple:Solomon Islands
th:หมู่เกาะโซโลมอน
zh-min-nan:Solomon Kûn-tó
Hessen-KasselHessen-Kassel (alte Schreibweise: Hessen-Cassel) war als Landgrafschaft zunächst ein deutsches Fürstentum, später ein Kurfürstentum mit der Bezeichnung Kurfürstentum Hessen oder kurz Kurhessen. Kapitale war in allen Phasen die alte hessische Hauptstadt Kassel.
Geschichte
Landgrafschaft
Die Landgrafschaft Hessen-Kassel entstand 1567 nach dem Tod des Landgrafen Philipps I. von Hessen des Großmütigen, als die von ihm regierte Landgrafschaft Hessen nach den altertümlichen Erbregeln des Haus Hessen auf seine vier Söhne aufgeteilt wurde. Der älteste Sohn Wilhelm IV. erhielt etwa die Hälfte des Landesterritoriums einschließlich der alten Hauptstadt Kassel, womit die Landgrafschaft Hessen-Kassel konstituiert war. Das Erbe der brüderlichen Linien Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels fiel nach deren Aussterben an Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt zurück.
1776 wurde die Vermietung von 19000 Soldaten an die englische Krone zur Niederwerfung der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung zu einem europäischen Skandal hochstilisiert (siehe dazu Soldatenhandel unter Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel), den auch Friedrich Schiller in seinem Bühnenstück "Kabale und Liebe" aufgriff. Die Vermietung von Truppen war jedoch ein zeitübliches Vorgehen und nicht auf feudale Staaten beschränkt und auch später noch, etwa in der Schweiz, üblich. Zur gescheiterten Annexion Schaumburg-Lippes 1787 siehe auch den Beitrag über Wilhelm Graf zu Schaumburg-Lippe.
Kurfürstentum
Mit dem 1803 vollzogenen Reichsdeputationshauptschluss wurde Hessen-Kassel zum Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation erhoben. Von daher stammt die Bezeichnung Kurhessen.
Königreich Westfalen
1807 kam Kurhessen unter napoleonische Herrschaft. Napoleon setzte seinen jüngsten Bruder Jérôme als König des neu gebildeten Königreichs Westfalen mit der Residenz Kassel ein.
Restitution
Jérôme floh 1813, und am 21. November des Jahres kehrte der Kurfürst unter jubelndem Empfang der Bevölkerung nach Kassel zurück:
:Hessen mit eurem Namen nenne ich Euch wieder.
Obgleich die Kurwürde inzwischen bedeutungslos geworden war, behielt der Landesherr den Titel "Kurfürst" und das Land die Bezeichnung "Kurhessen".
Kurhessen im Deutschen Bund
Kurhessen gehörte ab 1815 dem neu geschaffenen Deutschen Bund an. Zum Gesamtstaat Kurhessen gehörten das Großherzogtum Fulda, hervorgegangen aus dem Fürstbistum Fulda, ferner die Fürstentümer Fritzlar, Hersfeld und Hanau. Weiterhin waren mehrere Exklaven Staatsteil von Kurhessen, wie beispielsweise die Grafschaft Schaumburg (um Rinteln) an der Weser und die Herrschaft Schmalkalden ab 7. Dezember 1868 im heutigen Thüringen.
Annexion durch Preußen
Der kurhessische Staat erlosch 1866, nachdem er von Preußen in Folge des Deutsch-Österreichischen Krieges annektiert wurde. Seinerzeit wurde er mit dem ebenfalls annektierten Herzogtum Nassau und der durch preußische Truppen besetzten ehemals Freien Reichsstadt Frankfurt am Main zur preußischen Provinz Hessen-Nassau vereinigt. 1944 wurde eine Provinz Kurhessen gebildet, jedoch ohne die Kreise Schmalkalden, Schlüchtern und Gelnhausen.
Land Hessen
Am 19. September 1945 ging die ehemalige Provinz Kurhessen im neubegründeten Land Groß-Hessen auf, das 1946 seinen Namen in Hessen änderte.
Landgrafen und Kurfürsten
Fortbestand der Bezeichnung Kurhessen
Die Bezeichnung Kurhessen wird bis heute als regionale Bezeichnung weiter verwendet.
So ist beispielsweise das alte Territorium Kurhessen einschließlich der Exklave Schmalkalden Bestandteil des Gebietes der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und des [http://www.dwkw.de Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V.].
[http://www.ekkw.de Evang. Kirche von Kurhessen-Waldeck]
[http://www.dwkw.de Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck e.V.]
Literatur
- Karl E. Demandt: Geschichte des Landes Hessen. Bärenreiter Verlag, Kassel 1972 ISBN 3-7618-0404-0
Weblinks
- [http://fotw.vexillum.com/flags/de-he_ka.html Abbildung der Fahne Hessen-Kassels]
- [http://cgi-host.uni-marburg.de/~hlgl/atlas/id.cgi?ex=inhalt&page=2¤t=25&id=25 Karte: Hessen-Kassel 1567 bis 1866]
Kategorie:Historisches Territorium
Kategorie:Hessische Geschichte
Kategorie:Nordhessen
Kategorie:Kassel
Hessen-MarburgDie Landgrafschaft Hessen-Marburg mit Oberhessen, dem Gebiet um Marburg, Gießen, Nidda und Eppstein entstand bei der Teilung der Landgrafschaft Hessens nach dem Tod des Landgrafen Philipps I. von Hessen († 1567). Die Nebenlinie Hessen-Marburg starb aber bereits 1604 mit dem kinderlos verstorbenen Landgrafen Ludwig IV. aus. Dieser hatte Oberhessen zu gleichen Teilen den Linien Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel vermacht, jedoch unter der Bedingung, dass der lutherische Bekenntnisstand erhalten blieb. Streitigkeiten um diese Aufteilung sowie der von Landgraf Moritz von Hessen-Kassel erzwungene Wechsel zum reformierten Bekenntnis hatten einen jahrzehntelangen Erbfolgestreit zur Folge. Dieser kam zwar 1627 mit der Abdankung von Landgraf Moritz und der Abtretung Oberhessens an Hessen-Darmstadt zu einem vorläufigen Abschluss, lebte aber 1645-1648 im so genannten Hessenkrieg wieder auf.
Weblink
[http://cgi-host.uni-marburg.de/~hlgl/atlas/id.cgi?ex=inhalt&page=2¤t=23&id=23 Karte: Hessen-Marburg 1567 bis 1604]
Kategorie:Historisches Territorium
Kategorie:Hessische Geschichte
Hessen-Darmstadt
Das Großherzogtum Hessen (auch Hessen-Darmstadt) war von 1871 bis 1919 ein Bundesstaat des Deutschen Reiches.
Flagge
Die Farben der Flagge waren von oben nach unten
# Ein Viertel Rot
# Ein Halb Weiß
# Ein Viertel Rot
Geschichte
Der Staat Hessen-Darmstadt geht auf die Teilung Hessens nach dem Tod Philipp I. im Jahre 1567 zurück. Von den vier Linien Hessen-Darmstadt, Hessen-Kassel, Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels starben die beiden letzten bis 1604 aus. Der Erb- und Konfessionsstreit um Hessen-Marburg brachte Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel in erbitterte, jahrzehntelange Gegnerschaft, die sich ab 1618 mit dem dreißigjährigen Krieg überlagerte. Als Reaktion auf den von Moritz dem Gelehrten (von Hessen-Kassel) an der gesamthessischen Universität Marburg erzwungenen Konfessionswechsel gründete Hessen-Darmstadt 1607 die lutherische Universität Gießen.
Im Jahr 1622 wurde durch Erbteilung Hessen-Homburg aus Hessen-Darmstadt ausgegliedert.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 konnte Hessen-Darmstadt einige Gebiete hinzu gewinnen und wurde schließlich 1806 im Zuge der Rheinbund-Gründung zum Großherzogtum erhoben. 1815/16 kamen weitere Gebiete hinzu, unter anderem Worms, Alzey, Bingen und Mainz, das als Rheinhessen bezeichnet wurde. 1815 trat das Großherzogtum Hessen-Darmstadt dem Deutschen Bund bei. Nach der Niederlage im Krieg von 1866 musste Hessen-Darmstadt einige kleinere Gebiete an Preußen abtreten, ebenso die Gebiete des Landgrafentums Hessen-Homburg, die erst zu Beginn des Jahres nach Erlöschen der dortigen Seitenlinie an das Großherzogtum gefallen waren. Für den nördlichen Teil (Oberhessen) wurde es 1866 Mitglied des Norddeutschen Bundes, 1871 wurde es Bundesstaat des neugegründeten Deutschen Reichs.
Während der Märzrevolution 1848 wurde der bekannte Liberale Heinrich von Gagern vorübergehend Ministerpräsident des Großherzogtums. Er vertrat die rheinhessischen Gebiete auch in der Nationalversammlung, deren Präsident er zeitweise war.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde aus dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt der republikanische Volksstaat Hessen.
Landgrafen
- 1518–1567 – Philipp I., der Großmütige
- 1568–1596 – Georg I.
- 1596–1626 – Ludwig V.
- 1626–1661 – Georg II.
- 1661–1678 – Ludwig VI.
- 1678 – Ludwig VII.
- 1678–1739 – Ernst Ludwig
- 1739–1768 – Ludwig VIII.
- 1768–6. April 1790 – Ludwig IX.
- 6. April 1790–6. April 1830 – Ludwig X. (ab 14. August 1806 als Großherzog Ludwig I.)
Großherzöge
- 6. April 1790–6. April 1830 – Großherzog Ludwig I.
- 6. April 1830–16. Juni 1848 – Großherzog Ludwig II.
- 16. Juni 1848–13. Juni 1877 – Großherzog Ludwig III.
- 13. Juni 1877–13. März 1892 – Großherzog Ludwig IV.
- 13. März 1892–Novemberrevolution 1918 – Großherzog Ernst Ludwig
1937 starben bei einem Flugzeugunglück nahe Oostende die Großherzogin Eleonore, Erbgroßherzog Georg Donatus, Erbgroßherzogin Caecilie und deren Kinder Ludwig und Alexander.
Verwaltungsgliederung
Das Großherzogtum besaß drei Provinzen:
- Starkenburg, Sitz: Darmstadt (Rechtsrheinische Gebiete südlich des Mains)
- Rheinhessen, Sitz: Mainz (Linksrheinische Gebiete)
- Oberhessen, Sitz: Gießen (Gebiete nördlich des Mains, vom übrigen Territorium durch das Gebiet der Stadt Frankfurt am Main getrennt)
Zur genaueren Verwaltungsgliederung Hessens siehe Volksstaat Hessen.
Weblinks
- [http://www.deutsche-schutzgebiete.de/grossherzogtum_hessen.htm Das Großherzogtum Hessen 1806–1918]
- [http://www.gonschior.de/weimar/Hessen/index.htm Der Volksstaat Hessen im Überblick]
- [http://www.crwflags.com/fotw/flags/de-he866.html Abbildung der Fahnen Hessen-Darmstadts]
- [http://www.hoeckmann.de/geschichte/darmstadt.htm Geschichte und Karte Hessen Darmstadt 1789]]
Hessen, Großherzogtum
Hessen, Grossherzogtum
Kategorie:Darmstadt
ko:헤센-다름슈타트
Liste der Erzbischöfe von Köln und Trier, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der König von Böhmen.]]
Der Erzbischof von Köln war bis 1803 einer der Kurfürsten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
Siehe auch: Erzbistum Köln
Weblinks
- http://www.erzbistum-koeln.de/opencms/opencms/erzbistum/erzbischof/eb_liste.html - Die gesamte Liste
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Kategorie: Köln
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Erzbischöfe von Köln
ja:ケルン大司教
Spanien
Das Königreich Spanien (amtlich spanisch Reino de España, katalanisch Regne d'Espanya, galicisch Reino de España, baskisch Espainiako Erresuma) liegt im Südwesten Europas und nimmt den größten Teil der Iberischen Halbinsel ein.
Geographie
Spanien befindet sich, ebenso wie Portugal (im Westen) und das zum Vereinigten Königreich gehörende Gibraltar (im Süden), auf der iberischen Halbinsel, von der Spanien sechs Siebtel einnimmt. Im Nordosten, entlang des Gebirgszuges der Pyrenäen, grenzt Spanien an Frankreich und den Kleinstaat Andorra. Außerdem gehören die Inselgruppen der Balearen, im Mittelmeer gelegen, und der Kanaren, im Atlantik, sowie die an der nordafrikanischen Küste gelegenen Städte Ceuta und Melilla zum Staatsgebiet. Spanien ist das drittgrößte Land Europas.
In Frankreich besitzt Spanien die Exklave Llívia. Außerdem gehören Spanien die vor der marokkanischen Küste gelegenen Inseln Islas Chafarinas, Peñón de Vélez de la Gomera, Alhucemas, Alborán und die Islas Columbretes. Die Zugehörigkeit der Insel Perejil ist zwischen Marokko und Spanien nicht geklärt.
Der höchste Berg Spaniens ist mit 3.718 m Höhe der Pico del Teide auf der Insel Teneriffa, die zu den Kanarischen Inseln gehört.
Die Städte Ceuta und Melilla liegen in Nordafrika und grenzen an das Mittelmeer sowie Marokko. Der nördlichste Punkt Spaniens ist die Estaca de Vares, der westlichste das Kap Toriñana, beide in Galicien, der südlichste die Punta Marroquí bei Tarifa, der östlichste das Kap de Creus. Die größte Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 856 km und von Osten nach Westen 1020 km.
Die Nordküste Spaniens verläuft fast in gerader Linie und bildet nur zwischen Gijón und Avilés sowie zwischen Ribadeo und A Coruña (spanisch La Coruña) bedeutendere Vorsprünge nach Norden.
Gegenüber den übrigen Küsten des Landes zeichnen sich diese Küstenabschnitte durch Schroffheit und schlechte Zugänglichkeit aus.
Ursächlich hierfür ist, dass hier die Gebirge fast überall dicht ans Meer heranrücken. Zugänglich sind diese Küstenabschnitte nur an den Mündungen der Flüsse und der tief in das Land einschneidenden Meeresarme (Rías), die insbesondere an der Küste von Galicien häufig auftreten.
Auch die Westküste Spaniens trägt im Ganzen diesen Charakter; doch ist sie viel zugänglicher als der Norden, da hier die Gebirge nur in den Kaps bis an das Meer herantreten und sich im Hintergrund der Rias gewöhnlich Ebenen befinden.
A Coruña
Charakteristisch für die Süd- und Ostküste sind dagegen eine Anzahl weiter, flacher Meerbusen und dazwischen befindliche, in felsige Vorgebirge endende Landvorsprünge. Diese Abschnitte sind zugänglicher als die Nord- und Westküste. Die wichtigsten Buchten der Südküste sind von Westen nach Osten die Golfe von Cádiz, Málaga und Almería sowie die Bucht von Cartagena, an der Ostküste die Bahía von Alicante und der Golf von Valencia.
Die größten Flüsse Spaniens sind der Duero, der Tajo und der Ebro.
Die Vegetation der Iberischen Halbinsel teilt sich in drei große Bereiche auf:
- Vegetation des feuchten Spanien: Eichen, Buchen
- Vegetation des trockenen Spanien: immergrüne Eichen (Steineichen, Korkeichen), Pinien
- Vegetation der Gebirge je nach Höhe: Steineichen, Korkeichen, Eichen, Kastanien, Wiesen, Tundra
Intensiver Anbau von Kulturpflanzen erfordert Bewässerungsanbau.
Bevölkerung
Sprachen
In Spanien werden überwiegend Spanisch (Español/Castellano, "Kastilisch"), Katalanisch (Català) und Galicisch (Gallego), sowie das Baskische (Euskara) gesprochen.
Die spanische Sprache ist im gesamten Staatsgebiet Amtssprache, während die anderen drei nur in den entsprechenden Autonomen Regionen diesen Status genießen.
Ferner wird in der Autonomen Region València eine Variation des Katalanischen, Valencianisch (Valencià), und auf den Balearen wird eine weitere lokale Variante des Katalanischen, das Mallorquin (Mallorquí/Balear), gesprochen.
Daneben existieren einige Minderheitensprachen, welche von einer geringen Anzahl von Menschen gesprochen werden. Zu diesen zählt Asturisch-Leonesisch (Bable), Aragonesisch (Fabla aragonesa) und Aranesisch. In Melilla spricht die masirische Minderheit zudem Tamazight, in Olivenza (Extremadura) wird noch teilweise Portugiesisch gesprochen.
Portugiesisch
Während der Urlaubssaison arbeiten in den Tourismusregionen auch Saisonarbeiter aus Deutschland und Polen, vielfach auch Südamerikaner. In einigen Tourismusregionen wie der Costa Blanca oder der Costa del Sol sind vergleichsweise viele Deutsche und Engländer dauerhaft ansässig.
Als Fremdsprachen werden meist Englisch und Französisch gesprochen. Jüngere Spanier sprechen als Fremdsprache zumeist Englisch, Ältere eher Französisch. In der breiten Bevölkerungsmasse sind anwendbare Fremdsprachenkenntnisse aber nach wie vor nicht die Regel.
In von Touristen gerne besuchten Gebieten am Mittelmeer, den Balearen und auf den Kanarischen Inseln ist zum Teil Deutsch gebräuchlich.
In Katalonien wird an den Schulen und Universitäten größtenteils auf Katalanisch gelehrt; Spanisch darf dort jedoch von allen Studenten in Unterricht und Klausuren benutzt werden.
Religion
Spanien ist ein vorwiegend katholisches Land. 92 % der Bevölkerung (Stand: 2000) gehören offiziell der römisch-katholischen Kirche an. Im Rahmen einer Studie des staatlichen Meinungsforschungsinstitutes Centro de Investigaciones Sociológicas im Jahr 2002 gaben hingegen nur 80 % der Befragten an, Katholiken zu sein. 12 % bezeichneten sich als nicht religiös. Finanziert wird die katholische Kirche vom spanischen Staat auf Grundlage eines Vertrages zwischen diesem und dem Heiligen Stuhl. Da also in Spanien die katholische Kirche nicht aus direkt entrichteten Steuern der Gläubigen finanziert wird, bringt ein offizieller Kirchenaustritt somit keine finanziellen Vorteile. Innerhalb der katholischen Kirche gibt es die in sich sehr stark geschlossene Gruppierung Opus Dei.
Die Muslime machen 0,5 %, die Protestanten 0,3 % der Bevölkerung aus. Juden, Angehörige anderer Konfessionen und Konfessionslose stellen 7,2 % der Bevölkerung.
Siehe auch: Katholische Kirche in Spanien, Islam in Spanien, Protestantismus in Spanien, Judentum in Spanien
Größte Städte
Städte mit über 100.000 Einwohnern, mit Einwohnerzahl. (Stand: 1. Januar 2004)
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Spaniens
Die Ureinwohner der Pyrenäenhalbinsel waren die Kelten und die Iberer, nach denen auch die Halbinsel benannt worden ist.
Im 11. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich die Phönizier an der Südküste an; die berühmteste von ihren Kolonien war Cádiz (Gades). Die Bezeichnung Spanien leitet sich von der römischen Bezeichnung "Hispania" ab (phönizisch "Küste der Klippschliefer"; was die Phönizier für Klippschliefer hielten, waren in Wirklichkeit Kaninchen). Geprägt wurde das Land auch durch die jahrhundertelange arabische Vorherrschaft, deren Erbe sich sowohl in der Architektur als auch in der Sprache niedergeschlagen hat. Mit der Vertreibung der Mauren von der iberischen Halbinsel (Wiedereroberung - Reconquista) und der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 stieg Spanien vorübergehend zur Weltmacht auf.
Politik
Gemäß der Verfassung vom 6. Dezember 1978 ist Spanien ein sozialer und demokratischer Rechtsstaat mit der Staatsform einer parlamentarischen Monarchie (Art. 1, Abs. 3 der spanischen Verfassung). Der Königstitel ist erblich. Der derzeitige König ist Juan Carlos I. Der König ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte.
Thronfolger ist Prinz Felipe de Borbón y Grecia, der gleichzeitig den Titel Fürst von Asturien (Príncipe de Asturias) trägt. Wohnsitz der Königsfamilie ist der Palacio de la Zarzuela in Madrid.
Die Rolle der spanischen Krone wird in der Verfassung im Wesentlichen auf repräsentative Funktionen beschränkt. Darüber hinausgehende Funktionen des Königs sind die Bestätigung von Gesetzen und die Ernennung und die Entlassung des Regierungschefs.
Das oberste Gesetzgebungsorgan in Spanien ist das Parlament (Cortes Generales). Die Cortes unterteilen sich in zwei Kammern, das Abgeordnetenhaus (Congreso de los Diputados) und den Senat (Senado). Die 350 Mitglieder des Abgeordnetenhauses werden per Direktwahl für vier Jahre gewählt. Der Senat besteht aus 259 Sitzen. Davon werden 208 Mitglieder direkt vom Volk gewählt und die restlichen 51 von den Parlamenten der autonomen Regionen bestimmt. Senatoren werden für eine Amtszeit von vier Jahren ernannt.
Der Ministerpräsident (Presidente del Gobierno, wörtlich übersetzt "Regierungspräsident") und die Regierungsmitglieder werden vom Abgeordnetenhaus gewählt.
Derzeitiger Ministerpräsident ist José Luis Rodríguez Zapatero vom sozialdemokratischen Partido Socialista Obrero Español (PSOE). Sitz des Regierungspräsidenten ist der Palacio de la Moncloa in Madrid.
Spanien ist seit Januar 1986 Mitglied der Europäischen Union (bis 1992: „Europäische Gemeinschaft“).
Siehe auch: Politische Parteien in Spanien, Liste der spanischen Ministerpräsidenten,
Baskische Befreiungsbewegung Euskadi Ta Askatasuna (ETA)
Autonome Regionen
Hauptartikel: Autonome Regionen Spaniens
Spanien gliedert sich administrativ in 17 autonome Regionen oder Gemeinschaften (Comunidades Autónomas), vergleichbar den deutschen Bundesländern, und in die zwei autonomen Städte Ceuta und Melilla.
Die autonomen Regionen selbst gliedern sich ihrerseits in insgesamt 50 (52 mit Ceuta und Melilla) Provinzen (provincias), die fast alle nach ihrem jeweiligen Verwaltungssitz benannt sind.
Kämpfe gibt es u. a. um die Autonomie des Baskenlandes, deren blutige Form die ETA betreibt. Katalonien strebt auf politischem Wege die Unabhängigkeit an.
Wirtschaft
Währung
Die Währung in Spanien ist seit dem 01.01.1999 der Euro. Der Umtauschkurs zur vorigen Währung, den Peseten, pesetas (PTS), beträgt: 1€ = 166,386 PTS bzw. 1 PTS = 0,6010 €-Cent. Nach wie vor werden noch Preise in Peseten angegeben, gerade bei teuren Gütern die nicht allzu häufig gekauft werden wie Autos oder Wohnungen. Als großzügig abkürzende Größenordnung werden hierbei gerne Millionen PTS, Million Pesetas verwendet: so kostet z.B. eine Wohnung in der Umgangssprache 25 Mio. PTS oder ein Auto 2 Mio. PTS. 1.000.000 PTS entsprechen 6.010,12 €, also rund 6.000 €.
500 Peseten entsprechen ziemlich genau 3,0051 Euro. Daher kann mit Dividieren durch 500 und anschließendem Multiplizieren mit 3 recht einfach von Peseten auf Euro umgerechnet werden. Umgekehrt können Euro durch Dividieren mit 3 und anschließendem Multiplizieren mit 500 einfach auf Peseten umgerechnet werden.
In Gesprächen wird gelegentlich noch die Währungseinheit Duro benutzt. Ein Duro entspricht 5 Peseten, also ungefähr 3 Cent. Um von Euro auf Duro umzurechnen, reicht es, den Eurobetrag durch 3 zu dividieren und anschließend zwei Nullen anzuhängen (oder mit 100 multiplizieren).
Bruttosozialprodukt
Das Bruttosozialprodukt beträgt 596,5 Mrd. US$ bei einer Wachstumsrate von 2,0 %. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf beträgt 14.580 US$.
Das Bruttoinlandsprodukt wird
- zu 66% mit Dienstleistungen,
- zu 30% von der Instustrie und
- zu 3% durch die Landwirtschaft erwirtschaftet.
Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt betragen 0,96%. Die Arbeitslosenquote liegt bei 11,4%, die Inflationsrate bei 3,1%.
Die Staatseinnahmen von 274,6 Mrd. € setzen sich
- zu 29% aus der Einkommensteuer,
- zu 35% aus der Körperschaftssteuer zusammen.
Die Staatsausgaben betragen 275,2 Mrd. €, das Haushaltsdefizit beträgt 0,3% des Bruttoinlandsprudukts.
Landwirtschaft
36% der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt, Bewässerungsfeldbau wird auf ca. 20,1% der Anbaufläche betrieben. 144 000 km² der Landesfläche sind bewaldet.
In Spanien werden folgende Agrarprodukte hergestellt: Getreide (vor allem Weizen und Reis), Gemüse, Oliven, Weintrauben, Zuckerrüben, Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen, Fleisch (Schaf, Ziege, Kaninchen, Geflügel), Milchprodukte (z.B. Manchego-Käse), Seefisch und Meeresfrüchte.
Infrastruktur
Straßennetz
Spanien verfügt über ein gut ausgebautes Straßen- und Autobahnnetz von 663.795 km Länge. Das Straßennetz ist zum allergrößten Teil befestigt. Das Fernstraßennetz umfasst Nationalstraßen, carreteras nacionales, und Autobahnen, den sogenannten autovías (gebührenfrei) und autopistas (mautpflichtig, de peaje). An den Zahlstellen der gebührenpflichtigen autopistas kann mit Bargeld oder Kreditkarte bezahlt werden.
Teilweise verlaufen gebührenpflichtige Autobahnabschnitte parallel zu gebührenfreien. Rund um Ballungszentren gibt es meist gebührenfreie autopistas, viele Fernverbindungen sind gebührenpflichtig.
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt:
- innerhalb geschlossener Ortschaften 50 km/h
- auf Landstraßen 90 km/h
- auf Landstraßen mit einem Randstreifen von mindestens 1,5 m Breite oder einer zusätzlichen Fahrspur 100 km/h
- auf den Autobahnen 120 km/h
Seit Sommer 2005 werden in Spanien Geschwindigkeitskontrollen mit stationären Radargeräten durchgeführt.
In geschlossenen Ortschaften nachts immer mit Abblendlicht fahren. Vorsicht beim Einfahren in Autobahnen: hier gilt zwar wie im deutschen Sprachraum „Vorfahrt gewähren“, jedoch wird einfahrenden Autofahrern meist nicht Platz zum Einscheren eingeräumt.
Für Linksabbieger gibt es gelegentlich eine Art „Wartespur“ in der Mitte der Straße, von dieser Wartespur kann dann nach rechts in auf die Fahrspur eingeschert werden.
Seit Juli 2004 sind in Spanien Warnwesten gesetzlich vorgeschrieben. Diese müssen bei Unfällen und Pannen getragen werden. Reservebirnen und zwei rote Warndreiecke müssen ebenso im Kraftfahrzeug sein. Grüne Versichertenkarten sind zwar nicht Pflicht, aber empfehlenswert, da die Polizei mit ihnen vertraut ist.
In den letzten Jahren hat die Zahl der PKW und die Verstädterung in Spanien stark zugenommen. In Spanien gibt es 467 KFZ/ 1000 Ew. 78% der Bevölkerung leben in Städten; die Bevölkerungsdichte beträgt 82 Ew/km².
Vielerorts herrscht auch durch die engen Straßen akute Parkplatznot. Eine durchgezogene gelbe Linie am Fahrbahnrand weist auf ein Parkverbot hin. Die lokale Polizei besitzt oftmals eigene Abschleppwagen. Die Parkgebühren in Ballungsräumen liegen auf demselben Niveau wie in Metropolen im deutschsprachigen Raum. In manchen Ballungsräumen (Madrid, Barcelona) sind die Straßennetze gerade im Berufsverkehr örtlich überfordert; teilweise gibt es Verkehrsleitsysteme wie in Valencia (Stadt).
Fahrrad
Fahrradfahren wird von den Spaniern zuerst als sportliche Betätigung aufgefasst; als Verkehrsmittel wird das Fahrrad selten genutzt. Fahrradfahrer sind im Straßenverkehr rechtlich nicht besser gestellt, wie dies beispielsweise in Deutschland der Fall ist. Fahrradwege sind meist nur in touristisch attraktiven Regionen bekannt. Die einzelnen Radwege sind oftmals nicht miteinander verknüpft.
Fernbusnetz
Spanien verfügt über ein sehr gut ausgebautes Busnetz. In kleinen und großen Städten gibt es spezielle Busbahnhöfe. Das Busnetz verbindet insbesondere kleinere Städte und Dörfer, aber es gibt auch überregionale Linien und internationale Verbindungen. Busfahren ist in Spanien vergleichsweise billig.
Schifffahrt
Auf 1045 km Kanälen und Flüssen ist Binnenschiffahrt möglich.
Die größten Seehäfen sind Barcelona, Valencia, Bilbao, Gijón und Santa Cruz de Tenerife. Zwischen der Iberischen Halbinsel und den Balearen gibt es eine Reihe von Fährverbindungen.
Bahnnetz
Das Bahnnetz (traditionell Breitspur) der staatlichen Eisenbahngesellschaft RENFE wird durch ein normalspuriges Hochgeschwindigkeitsnetz (AVE, ungefähr 525 km Streckennetz) ergänzt. Das Fernverkehrssystem wird Grandes Líneas genannt, der AVE ist hiervon ausgenommen. Die RENFE betreibt in den Ballungszentren lokale S-Bahn-Netze, die sogenannten Cercanías.
In folgenden Regionen gibt es Cercanías-Netze: Asturias, Barcelona, Bilbao, Cádiz, Madrid, Málaga, Murcia/ Alicante, Santander, San Sebastián, Sevilla und Valencia. Schmalspurstrecken werden von regionalen Gesellschaften betrieben.
Die spanischen Fernverkehrszüge der Grandes Líneas werden in Tag- und Nachtzüge unterschieden. Tagzüge sind der Alaris, Altaria, Arco, Euromed, Talgo, Intercity und Diurno. Nachtzüge sind der Trenhotel und Estrella. Diese Zugtypen unterscheiden sich in ihrer Bauart und fahren auf festgelegten Strecken. Eine Klassifizierung nach der Zug-Geschwindigkeit und Haltepunktdichte wie im deutschen Sprachraum gibt es in Spanien nicht. Fahrkarten werden nicht für eine Strecke, sondern für ein Produkt verkauft.
Die Tagzüge haben haben Raucher- und Nichtraucherplätze und einen Speisewagen. Es gibt Sitzplätze erster und zweiter Klasse. Die erste Klasse wird als Preferente und die zweite Klasse als Túrista bezeichnet. In der ersten Klasse werden kostenlos Zeitungen, Essen und Getränke gereicht. Während der Fahrt werden Kinofilme gezeigt.
Die Nachtzüge verfügen über die ersten Klassen Gran Clase und Preferente und die zweite Klasse Túrista/ Litera. Die Züge haben eine Cafetería bzw. ein Restaurant. Die erste Klasse besteht aus Schlafwagen und hat ein Bad bzw. eine Waschgelegenheit. Die zweite Klasse des Trenhotel hat Vierbett-Abteile, die zweite Klasse des Estrella Sechs-Sitz-Abteile.
Tickets für Fernverkehrszüge beinhalten eine Sitzplatzreservierung; der Zug kann ohne gültiges Ticket nicht betreten werden. Seit den Terroranschlägen in Madrid im März 2004 werden beim Einstieg Gepäckkontrollen ähnlich wie an Flughäfen durchgeführt.
In den Fernverkehrsbahnhöfen finden sich Schalter für den Vorverkauf, die venta anticipada und den Kauf mit sofortigem Fahrantritt. Fahrkarten für den Regional- und den Fernverkehr müssen getrennt gekauft werden. Für den Fernverkehr ist es bedingt durch die Reservierungspflicht sinnvoll, Tickets im Voraus zu kaufen. Dies ist auch über das Internet möglich; die Tickets müssen teilweise am Bahnhof abgeholt werden.
Die Städte Barcelona, Bilbao, Madrid und Valencia verfügen über U-Bahn- oder Metronetze, in Sevilla und Palma de Mallorca sind entsprechende Netze im Aufbau.
Einige Städte wie Alicante und Barcelona besitzen neu eröffnete Straßenbahnnetze.
Flughäfen
Rund 40 Städte verfügen über einen Flughafen für Verkehrsmaschinen.
Die größten spanischen Fluggesellschaften sind Iberia, Spanair, Vueling und Air Europa.
Die Flughäfen von Madrid und Barcelona sind unter den Top 10 der Passagierzahlen der europäischen Flughäfen.
Zwischen den Flughäfen Madrid und Barcelona gibt eine Luftbrücke, puente aéreo: zwischen 07:00 und 23:00 starten in sehr kurzem Zeitabstand zahlreiche Flüge. Die puente aéreo wird von der spanischen Fluggesellschaft Iberia betrieben.
Kultur
- Literatur: Miguel de Cervantes, Tirso de Molina, Lope de Vega, Pedro Calderón de la Barca, Francisco de Quevedo, Rosalía do Castro, Federico García Lorca, Camilo José Cela, Javier Marías, Arturo Pérez-Reverte, Manuel Vázquez Montalbán, Miguel Delibes, José Zorrilla
- Musik: Flamenco, Manuel de Falla, Paco de Lucía, Joaquín Rodrigo, Pablo Sarasate
- Film: Pedro Almodóvar, Julio Médem, Luis Buñuel, Alejandro Amenábar, Alex de la Iglesia
- Malerei: Pablo Picasso, Salvador Dalí, Diego Velázquez, El Greco, Joan Miró, Francisco de Goya, Bartolomé Esteban Murillo
- Bildhauerei: Eduardo Chillida
- Architektur: Antoni Gaudí, Santiago Calatrava, César Manrique
Medien
Die meisten überregionalen Tageszeitungen erscheinen in der Hauptstadt Madrid: El País (durchschnittliche Auflage im Jahr 2003 ca. 561.000 Exemplare), El Mundo (379.000), ABC (346.000) und La Razón (205.000).
In Barcelona erscheinen La Vanguardia (240.000) und die wichtige regionale Zeitung El Periódico de Catalunya (221.000).
Von Bedeutung sind auch täglich erscheinende Sport-Medien wie Marca (549.000) und As (303.000), die meisten Spanier lesen Regionalzeitungen, fast jede größere Stadt im Land hat hier ein Angebot, beispielsweise Diario de Sevilla oder auch Diario de Mallorca.
Die staatliche Fernsehanstalt Televisión Española betreibt zwei Sender, TVE 1 und TVE 2.
Private TV-Programme sind Antena 3, Telecinco und Canal+.
Das Fernsehprogrammangebot wird durch regionale Fernsehsender abgerundet.
Im Bereich des digitalen Fernsehens gibt es die Angebote Digital+ und Auna.
Sport
Fußball ist in Spanien der mit Abstand wichtigste Publikums- und auch ein viel betriebener Breitensport.
Weitere Mannschaftssportarten sind Basketball, Handball und Volleyball, an den Universitäten erfreut sich außerdem Rugby großer Beliebtheit.
Der Motorsport, insbesondere Rallye (Carlos Sainz ist derzeit der bekannteste spanische Fahrer), Formel 1 (Fernando Alonso jüngster Weltmeister im Jahre 2005) und Motorradrennen (Dani Pedrosa) genießen die Aufmerksamkeit der Zuschauer.
Ein großes Radsportereignis ist die Vuelta, weitere international beachtete Rennen sind die Baskenland-Rundfahrt, die Katalonien-Rundfahrt und das Clásica San Sebastián.
Bedeutende Individualsportarten sind Tennis, Padel, ein relativ neues, dem Tennis ähnliches Spiel, und Golf.
Im Nordosten Spaniens und im Lande Valencia wird Pelota, der baskische Nationalsport, gespielt.
Ein typisch spanisches Spektakel ist der Stierkampf, der nicht als Sportart angesehen wird. Nach Meinung seiner Anhänger ist er als eine Kunst anzusehen, in der Eleganz und Ästhetik eine wichtige Rolle spielen. In den Augen vieler Kritiker stellt er eine archaische und brutale Tradition dar, die es aufgrund der mit ihr verbundenen Tierquälerei nicht wert sei, in ihrer heutigen Form fortgeführt zu werden.
Nationale Feiertage
Der spanische Nationalfeiertag wird am 12. Oktober anlässlich der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus gefeiert (Día de la Hispanidad).
Am 6. Dezember wird die Annahme der Verfassung im Jahre 1978 (Dia de la Constitución) gefeiert.
- 1. Januar - Neujahr
- 6. Januar - Heilige Drei Könige und Epiphanias
- 19. März - St. Josef
- 1. Mai - Tag der Arbeit
- 12. Oktober - Nationalfeiertag (s.o.)
- 1. November - Tag aller Heiligen
- 6. Dezember - Tag der Verfassung
- 25. Dezember - Weihnachten
In den einzelnen Provinzen gibt es noch weitere Feiertage, so wird z. B. in Katalonien am 24. Juni St. Joan (spanisch St. Juan) gefeiert.
Weitere Themen
- Liste katalanisch-spanischer Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet
- Tourismus in Spanien
- Stierkampf
- Kfz-Kennzeichen (Spanien)
- Postleitzahl (Spanien)
- Portal:Spanien
- Spanische Küche
- Weinbau in Spanien
- Redewendung: Das kommt mir spanisch vor
Weblinks
20px Wiki-Portal Spanien
- WikiTravel-Eintrag zu [http://wikitravel.org/de/Spanien Spanien]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=157 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,,ESP,00.html Spiegel online / Jahrbuch / Spanien]
- http://www.guiadeayuntamientos.info/ - spanischsprachige Website mit Informationen über sämtliche spanische Gemeinden
- http://www.spanischebotschaft.de/ - Website der spanischen Botschaft in Deutschland
- http://www.proel.org/lenguas2.html - Informationen über die Sprachen in Spanien (auf Spanisch)
- http://www.ccape.es - Deutsche Handelskammer für Spanien
- http://www.cibera.de - cibera - Virtuelle Fachbibliothek Ibero-Amerika / Spanien / Portugal
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Fernando Álvarez de Toledo, Herzog von Alba
Don Fernando Álvarez de Toledo y Pimentel, 3. Herzog von (Duque de) Alba ( - 29. Oktober 1507 in Piedrahita, Kastilien; † 11. Dezember 1582 in Lissabon) war ein spanischer Feldherr und Staatsmann im Dienste des Kaisers und spanischen Königs Karls V. und seines Sohnes und spanischen Königs Felipe II.
Leben
Felipe II]
Er entstammte der Familie der Herzöge von Alba, war der Sohn von García Álvarez de Toledo und Beatriz de Pimentel und Enkel des 2. Herzogs von Alba, Fadrique Álvarez de Toledo. Er wurde auch "der Eiserne Herzog" genannt.
Bereits als Jugendlicher nahm er 1525 an der Schlacht bei Pavia teil und erhielt dafür eine Auszeichnung. Von Karl V. zu einem militärischen Kommando berufen, nahm er an der Belagerung von Tunis 1535 teil. Unter Kaiser Karl V. war er siegreicher Heerführer gegen den Schmalkaldischen Bund und siegte 1547 in der Schlacht bei Mühlberg über die evangelische Seite, die von Johann Friedrich I. (Sachsen) angeführt wurde. In den Comentarios de la guerra de Alemaña hecha por Carlos V. en 1546 y 1547 beschrieb der General und Günstling Karls V., Don Luís de Ávila y Zúñiga den Feldzug in einfacher, lebendiger und geistreicher, jedoch parteiischer Weise.
1552 wurde Fernando Álvarez de Toledo mit dem Kommando über die Armee betraut, die Frankreich erobern sollte und war einige Monate mit der erfolglosen Belagerung von Metz beschäftigt. In Folge des Erfolgs der französischen Waffen im Piemont wurde er zum Generalkommandeur der kaiserlichen Truppen in Italien mit unbeschränkter Macht befördert. Als seine ersten Angriffe erfolglos blieben, wurde er zum Rückzug in sein Winterquartier gezwungen. Nach der Abdankung von Karl V. verlängerte Felipe II. sein Kommando, hielt ihn jedoch von extremen Maßnahmen ab. Er unterwarf Kampanien und stand vor den Toren Roms, als Felipes Befehle ihn zwangen, Frieden auszuhandeln. 1559 entsandte er ihn an der Spitze einer glänzenden Gesandtschaft nach Paris, um im Namen seines Herrschers um Elisabeth von Valois, die Tochter des französischen Königs Henri II. (siehe auch: Frieden von Cateau-Cambrésis) zu werben.
1567 bis 1573 war er Statthalter der Niederlande, wo er ein Schreckensregiment führte. In den Absicht, die Häresie und die politische Unruhe im August 1567 auslöschen zu wollen, suchte er eine wirksame Kontrolle über die Buchdruckereien in einem Teil Europas zu erlangen, in dem der Buchdruck eine Quelle abweichender Meinungen war. In einem Jahr wurden einige Drucker verbannt und einer letztlich exekutiert. Buchhändler und –drucker wurden durchsucht, um verbotene Bücher zu finden; viele neue Bücher gelangten zusätzlich auf den Index librorum prohibitorum, den päpstlichen Zensurindex für verbotene Bücher.
Alba schlug den protestantischen Aufstand - wie es sein Auftrag war - mit blutiger Strenge nieder. Alba gelang es auch zunächst, die regionalen Aufstände mit Hilfe von Sondergerichten, dem sogenannten Blutrat von Brüssel, zu unterdrücken. Bei dieser Aktion wurden mehr als 6.000 Aufständische hingerichtet, unter ihnen Lamoral Graf von Egmont. 1576 griffen spanische Truppen Antwerpen an und plünderten es drei Tage, die als „Spanische Raserei“ bekannt wurden. Die Soldaten wüteten mordend und brandschatzend durch die Stadt, von den Bürgern Geld fordernd und fackelten die Häuser Derjenigen, die sich weigerten oder nicht zahlen konnten, ab. Bei den Gemetzeln in Mecheln und Antwerpen, ließ Alba mehr als 18.000 Menschen hinrichten; darunter auch Philipp Graf von Hoorn, einer der adeligen Führer des Aufstandes. 1573 wurde Alba von Felipe II. zurückberufen und wurde durch Don Luís de Zúñiga y Requensens als Statthalter abgelöst.
Als die Niederländer daraufhin das Land fluteten, nach Leiden segelten und die Stadt von den spanischen Belagerern befreiten, formulierten alle 17 niederländischen Provinzen gemeinsam ihre Forderungen nach Abzug der spanischen Truppen und religiöser Toleranz in der Genter Pazifikation (1576). Daraufhin wurde Luís de Zuñiga y Requensens durch den milderen Don Juan de Austria, einen (illegitimen) Halbbruder des Königs, als Statthalter ersetzt.
Für seinen König Felipe II. kämpfte der Herzog von Alba gegen die Franzosen, zwang Papst Paul IV. zum Nachgeben und eroberte in einem kurzen, strategisch meisterhaft geführten Krieg 1580 Portugal.
Literatur
- Henry Kamen: El Gran Duque de Alba. - La Esfera de Los Libros, 2004; ISBN 8497342208 (spanisch)
- ders.: The Duke of Alba. - Yale University Press 2004; ISBN 0300102836 (englisch)
Alba, Fernando Álvarez de Toledo
Alba, Fernando Álvarez de Toledo
Alba, Fernando Álvarez de Toledo
Alba, Fernando Álvarez de Toledo
Alba, Fernando Álvarez de Toledo
Alba, Fernando Álvarez de Toledo
Maria StuartMaria Stuart (Mary Stuart, Mary Stewart oder Mary I; - 8. Dezember 1542 im Linlithgow Palace; † 8. Februar 1587 im Fotheringhay Castle), war Königin von Schottland vom 14. Dezember 1542 bis zum 24. Juli 1567. Sie war die Tochter von König Jakob V. und dessen zweiter Ehefrau Marie de Guise. Im Englischen ist sie auch als Mary, Queen of Scots bekannt. Sie ist heute wohl neben Macbeth die bekannteste aller schottischen Monarchen, dies hauptsächlich aufgrund der zahlreichen künstlerischen Bearbeitungen ihrer Lebensgeschichte.
künstlerischen
Frühe Lebensjahre
Während der Herrschaft von Robert II. war die Thronfolge in einem vom Parlament erlassenen Gesetz auf dessen männliche Nachkommen beschränkt worden. Das Gesetz war nötig geworden, weil die Legitimität von Roberts erster Ehe und der daraus entstammenden Kinder angezweifelt worden waren. Frauen und weibliche Linien konnten erst nach dem Aussterben männlicher Linien die schottische Krone erben. Vor Marias Geburt waren alle männlichen Nachkommen gestorben, bis auf John Stewart, 2. Duke of Albany, der bis 1536 lebte. Wäre er nicht vor Jakob V. gestorben, so wäre Maria nicht Königin geworden, da es noch immer einen einzigen männlichen Erben gegeben hätte.
Ihr Vater starb im Alter von 30 Jahren im Falkland Palace. Schottland war gerade vernichtend von den Engländern geschlagen wurden und Marias Vater betrauerte auf dem Sterbebett noch seine beiden im Jahr zuvor verstorbenen Söhne, als ihn die Nachricht von der Geburt einer Tochter ereilte. Er soll es mit den Worten kommentiert haben: "Eine Frau ließ die Stuarts aufsteigen, mit einer Frau werden sie auch untergehen!" Dies war eine Anspielung auf die Stewart-Dynastie, die von Marjorie Bruce, der Tochter von Robert I. begründet worden war.
Die erst sechs Tage alte Maria wurde Königin von Schottland. James Hamilton, 2. Earl of Arran, der Nächste in der Thronfolge, war bis 1554 Regent und wurde dann durch Königinmutter abgelöst, die bis zu ihrem eigenen Tod im Jahr 1560 herrschte. Im Juli 1543, sechs Monate nach Marias Geburt, wurde vertraglich vereinbart, dass sie neun Jahre später mit dem zukünftigen englischen König Eduard VI. vermählt werden sollte und dass ihre Erben in Personalunion über England und Schottland herrschen sollten. Am 9. September 1543 wurde Maria Stuart formell im Stirling Castle gekrönt, wobei sie königliche Roben trug, die speziell auf ihre Körpergröße abgestimmt worden waren, sonst aber weitgehend dem Original entsprachen.
Der Vertrag mit England wurde Ende 1543, wenige Wochen nach der Krönung durch das schottische Parlament aufgelöst. Heinrich VIII. hatte verlangt, dass Schottland seine traditionelle Auld Alliance mit Frankreich auflösen sollte. Daraufhin befahl Heinrich, Schottland anzugreifen. Im Mai 1544 erreichte Edward Seymour, 1. Herzog von Somerset mit seiner Flotte den Hafen von Leith. Seine Aufgabe war es, Edinburgh einzunehmen und die junge Königin zu entführen. Doch Marie de Guise versteckte ihre Tochter in den geheimen Räumen von Stirling Castle.
Am 10. September 1547, erlitten die Schotten in der Schlacht von Pinkie Cleugh eine verheerende Niederlage; dieser Tag wird heute noch als "Schwarzer Sonntag" bezeichnet. Marie de Guise brachte ihre Tochter zunächst in der Priorei von Inchmahome in Sicherheit und wandte sich dann an den französischen Botschafter. Der neue französische König Heinrich II. schlug die Vereinigung Schottlands mit Frankreich vor, indem Maria seinen neugeboren Sohn Franz II. heiraten sollte.
Im Februar 1548 schickte Marie de Guise ihre Tochter nach Dumbarton Castle. Mittlerweile hatten die Engländer zahlreiche Überfälle auf schottisches Gebiet durchgeführt. Sie eroberten die strategisch wichtige Stadt Haddington, wurden dort aber im Juni von der französischen Armee vertrieben. Am 7. Juli wurde in einem Nonnenkloster bei Haddington die Heiratsvereinbarung unterzeichnet. Am 7. August 1548 legte die französische Flotte in Dumbarton ab und brachte die fünfjährige Königin nach Frankreich. Die Überfälle der Engländer dauerten bis Juni 1551 an und schwächten das Land empfindlich.
Leben in Frankreich
Zeitgenössischen Berichten zufolge war sie während ihrer Kindheit lebhaft, hübsch und schlau. In ihrem Exil in Frankreich wurde sie von ihrem eigenen kleinen Hofstaat begleitet, bestehend aus zwei Lords, zwei Halbbrüdern und den "vier Marys", vier Mädchen gleichen Alters, die alle den Namen Mary trugen und Töchter der angesehensten adligen Familien Schottlands waren: Beaton, Seton, Fleming und Livingston. Am französischen Hof erhielt sie die bestmögliche Ausbildung und beherrschte schließlich neben dem heimischen Scots auch Französisch, Latein, Griechisch, Spanisch und Italienisch. Sie erlernte auch zwei Musikinstrumente sowie Prosa, Reiten, Falknerei und Handarbeiten. Während dieser Zeit nahm sie den Nachnamen Stuart an, die französische Schreibweise von Stewart.
Am 24. April 1558 heiratete sie vertragsgemäß den ein Jahr jüngeren Dauphin, den französischen Thronfolger. Die prachtvolle Hochzeitszeremonie fand in der Kathedrale Notre-Dame de Paris statt. Nach den üblichen Gesetzen der Thronfolge war Maria Stuart auch die Anwärterin auf den englischen Thron nach ihrer Cousine, Königin Elisabeth I., die kinderlos blieb. Obwohl der antikatholische Act of Settlement erst 1701 erlassen wurde, bestimmte Marias Großonkel Heinrich VIII. in seinem Testament, dass die Stuarts niemals den englischen Thron besteigen dürften. Die Frage der Thronfolge blieb somit weiterhin offen.
1559 starb ihr Schwiegervater Heinrich II. und Marias Ehemann wurde als Franz II. inthronisiert. Damit wurde sie auch Königin von Frankreich. Der fünfzehnjährige König war schwach und die Regierungsgeschäfte in Frankreich gingen effektiv über Maria in die Hände ihrer Verwandten über, der schon vorher sehr mächtigen Familie de Guise. Doch dieses Arrangement war nur von kurzer Dauer; der junge König erkrankte und starb wenig später am 5. Dezember 1560.
Marias Schwiegermutter Katharina von Medici wurde Regentin für dessen Bruder Karl IX.. Schon damit war das Ende von Marias Zeit in Frankreich sichtbar, da sich die Königin und ihre Schwiegertochter nie freundlich begegnen konnten. Katharina verachtete Maria für ihre Arroganz vor allem ihr und ihren Kindern gegenüber und Maria bezeichnete sie verächtlich als "Krämerstochter aus Florenz", eine Anspielung auf deren italienische Wurzeln. Nach den Klauseln des Vertrages von Edinburgh, der im Juni 1560 nach dem Tod von Marie de Guise geschlossen wurde, zog Frankreich seine Truppen aus Schottland ab und erkannte die Herrschaft Elisabeths über England an. Die achtzehnjährige Maria Stuart, die in Frankreich verblieben war, weigerte sich, den Vertrag zu unterzeichnen.
Rückkehr nach Schottland
Vertrages von Edinburgh
Die junge Witwe kehrte bald darauf über Calais nach Schottland zurück und betrat am 19. August 1561 in Leith schottischen Boden. Sie beabsichtigte, alles so zu belassen, wie sie es vorgefunden hatte. Gleichzeitig nahm sie aber für sich die Freiheit in Anspruch, ihre eigene Religion ausüben zu dürfen. Trotz ihrer herausragenden Talente und Fähigkeiten war sie nicht genug auf die gefährliche und komplexe politische Situation vorbereitet, die damals in Schottland herrschte. Die Reformation spaltete das Volk und ihr illegitimer Halbbruder James Stewart, 1. Earl of Moray war Anführer der Protestanten. Viele ihrer Untertanen wie auch Elisabeth I., die Monarchin des protestantischen Nachbarlandes England, begegneten der devoten Katholikin Maria mit Misstrauen. Der Reformator John Knox wetterte öffentlich gegen sie und verdammte sie.
Zur Enttäuschung der Katholiken setzte sich Maria Stuart aber nicht aktiv für deren Anliegen ein. Sie tolerierte die neue protestantische Mehrheit und machte ihren protestantischen Halbbruder James Stewart zu ihrem wichtigsten Berater. Unter seiner Führung bereiste sie auch den Norden ihres Reichs und unterwarf dort ihren Cousin George Gordon, den Anführer der katholischen Opposition.
Gespannte Beziehungen mit England
Maria Stuart versuchte, die Spannungen zwischen ihr und Elisabeth I. mit einer Einladung nach Edinburgh auszuräumen. Elisabeth weigerte sich jedoch und die Spannungen blieben. Sir William Maitland (Maitland of Lethington) wurde als Botschafter an den englischen Hof gesandt, mit dem Hintergedanken, ihr Vorteile auf den englischen Thron zu sichern. Elisabeths Antwort wird wie folgt überliefert: "Bei der Würde der Krone glaube ich, dass sie sie in meiner Zeit niemals erlangen wird." Maria Stuart jedoch schreibt in einem Brief an ihren Onkel mütterlicherseits François de Lorraine, duc de Guise, dass Maitland ihr berichtet habe, dass Elisabeths wörtliche Ansicht war, dass "ich meiner Überzeugung nach niemanden besseres kenne, noch würde ich ihr jemanden bevorzugen." Elisabeth wusste jederzeit, dass das Parlament eine besondere Rolle bei der Bestimmung des Thronfolgers spielen würde.
Im Dezember 1561 wurde ein Treffen beider in England vorbereitet, doch Elisabeth änderte kurzfristig ihre Meinung. Das Treffen hätte in York "oder einer anderen Stadt" im August oder September stattfinden sollen. Im Juli jedoch schickte Elisabeth Sir Henry Sidney nach Edinburgh, um das Treffen wegen des französischen Bürgerkriegs abzusagen. 1563 versuchte Elisabeth erneut, Maria Stuart zu neutralisieren, indem sie eine Heirat mit Robert Dudley, 1 Earl of Leicster vorschlug, einen ihrer Vertrauten. Dudley war Protestant und hätte so beide Probleme gelöst.
Elisabeth schickte einen weiteren Botschafter zu Maria Stuart mit der Nachricht, dass wenn sie jemanden nach der Wahl Elisabeths (der bis dahin unbenannt blieb) heiraten würde, sie selbst - Elisabeth -"dafür sorgen würde, dass sie (Maria Stuart) die verbriefte Bestätigung als nächste Cousine und Erbin des Thrones bekäme". Dieser Vorschlag wurde rundheraus abgelehnt.
Ehe mit Lord Darnley
Eine der wichtigsten Aufgaben eines Monarchen ist es, zu heiraten und einen Thronfolger zu zeugen. So wurden Maria Stuart die Könige von Schweden, Dänemark und Frankreich, Erzherzog Karl von Österreich, Don Carlos von Spanien, die Herzöge von Ferrara, Namur und Anjou, der Earl of Arran und der Earl of Leicester als potentielle Ehemänner vorgeschlagen. Ihre Wahl fiel auf Don Carlos, doch dieser heiratete dann Elisabeth von Valois.
1565 verliebte sie sich in ihren achtzehnjährigen Cousin ersten Grades Henry Stewart, Lord Darnley, den Sohn des Grafen Lennox. Dieser hatte durch seine Ehe mit einer der Enkelinnen Heinrichs VII. seinen Sohn in die unmittelbare Nähe des englischen Throns gebracht. Doch außer diesem Thronanspruch und seinem guten Aussehen gab es nichts, was für Darnley sprach. Er war charakterschwach, dazu noch unverschämt, rachsüchtig und gewalttätig; außerdem war er drei Jahre jünger als Maria. Zunächst wurden sie aber am 19. Juli 1565 im Holyrood Palace getraut.
Diese Eheschließung mit einem führenden Katholiken führte dazu, dass sich Marias Halbbruder James Stewart mit anderen protestantischen Adligen zusammentat und offen rebellierte. Maria begab sich am 26. August 1565 nach Stirling, um die Rebellen zu vertreiben und kehrte im darauf folgenden Monat nach Edinburgh zurück, um weitere Truppen zu organisieren. Die Rebellion wurde rasch niedergeschlagen und Stewart floh mit seinen Anhängern ins Exil. Die Ehe verärgerte auch Elisabeth; sie war der Ansicht, dass die Heirat nur mit ihrer Erlaubnis hätte stattfinden dürfen, weil Darnley ein englischer Untertan war. Die Ehe stellte aufgrund des königlichen Blutes von Darnley eine Bedrohung für Elisabeth dar; jegliches Kind aus dieser Ehe hätte einen gerechtfertigten Anspruch sowohl auf den schottischen wie den englischen Thron gehabt.
Lord Darnley erwies sich als immer arroganter und fordernder. Er bestand auf die uneingeschränkten Rechte eines Königs, was zu Spannungen zwischen den Eheleuten führte. Die enge Freundschaft und Vertrautheit zwischen Maria und ihrem Privatsekretär David Rizzio schürte Darnleys Eifersucht. In diesem wichtigen Sekretär und Berater der Königin sah Darnley das größte Hindernis auf seinem Weg zum Thron. So ging er einen Pakt mit führenden protestantischen Adligen ein. Es war Darnleys Ziel, die Macht und Titel eines Königs von Schottland zu ergreifen. Die Ziele der Mitverschwörer waren die Erhaltung des Protestantismus, eine Entmachtung der Königin und die Inthronisierung Darnleys, der sich durch die Unterzeichnung eines Vertrages mit den Verschwörern erpressbar gemacht hatte.
Am Abend des 9. März 1566 drangen sie unter Führung Darnleys gemeinsam in das kleine Eßzimmer der Königin im Holyrood Palace ein. Darnley hielt die zu diesem Zeitpunkt schwangere Königin fest, während die anderen Rizzio im Vorzimmer erstachen. Als einer der Verschwörer sich gegen die Königin wenden wollte, wurde sie von Darnley geschützt. Die Verschwörer stellten die Königin unter Hausarrest, doch sie entkam mit der Hilfe ihres Mannes, dem sie eingeredet hatte, sie würde seinen Forderungen nachkommen. In Sicherheit gelangt, entfernte sich die Maria jedoch von ihrem Mann, der sich durch seine Handlungen nicht nur von ihr entfremdet hatte, sondern vielmehr von den schottischen Adeligen, die in dem Komplott beteiligt waren.
Am 19. Juni 1566 wurde ihr Sohn, der zukünftige König Jakob VI. im Edinburgh Castle geboren. Kurz nach der Geburt wurde ein Komplott geschmiedet, um Darnley loszuwerden, der mittlerweile schwer erkrankt war (vermutlich an Syphilis). Er erholte sich im Haus Kirk o'Field in Edinburgh, wo Maria ihn häufig besuchte. So entstand der Eindruck, die Versöhnung zwischen den Eheleuten stehe bevor.
Ehe mit Earl Bothwell
Syphilis
Am 10. Februar 1567 ereignete sich im Haus eine Explosion und Darnley wurde tot im Garten gefunden. Da er unbekleidet war und keine Verletzungen aufwies, nimmt man an, dass er auf der Flucht erdrosselt wurde. Bald wurde gemunkelt, dass er im Rahmen eines Komplotts ermordet worden war, die Explosion sei nur zur Täuschung inszeniert worden. Es wurde nie geklärt, ob die Königin an dem Komplott beteiligt gewesen war (zu diesem Zeitpunkt war sie bei der Hochzeit einer Zofe anwesend). Dieses Ereignis, das eigentlich Marias Erlösung sein sollte, beschädigte ihr Ansehen. Hauptdrahtzieher war sehr wahrscheinlich der ihr sehr ergebene James Hepburn, 4. Earl of Bothwell. Es fand zwar ein Scheinprozess statt, doch Bothwell wurde am 12. April freigesprochen.
Am 24. April besuchte Maria im Stirling Castle zum letzten Mal ihren Sohn. Auf dem Weg zurück nach Edinburgh ließ sie sich offenbar ohne Widerstand von Bothwell und seinen Männern "entführen" und verbrachte einige Tage im Schloss von Dunbar. Nun überschlugen sich die Ereignisse: Am 3. Mai ließ sich Bothwell von seiner Frau scheiden und kehrte drei Tage später mit Maria nach Edinburgh zurück. Am 12. Mai vergab Maria ihrem Entführer öffentlich, indem sie ihn zum Herzog von Orkney erhob. Am 15. Mai, gerade einmal drei Monate nach der Ermordung Darnleys, heiratete sie im Holyrood Palace denjenigen Mann, den viele für den Mörder hielten. Diese Heirat erwies sich sehr bald als fataler Fehler, denn es kam zu einem Aufstand der ihr zuvor treu ergebenen Adligen, die ihre Abdankung forderten.
Später wurde oft nach Gründen für diese überstürzte und unstandesgemäße Heirat gesucht, plausible Erklärungen gibt es kaum, Vermutungen jedoch viele: Eine der populärsten ist, dass Bothwell Maria vergewaltigt haben soll und die damaligen Ehrgesetze verlangten, dass er sie sofort heiratete. Oder dass sie bereits Kenntnis von ihrer Zwillingsschwangerschaft hatte und ein oder gar mehrere uneheliche Kinder für eine Regentin nicht in Frage kämen. Außerdem wurde sie von Zeitzeugen stets als Gefühlsmensch bezeichnet, der sich von Liebe und Hass nicht nur leiten, sondern auch beherrschen ließ.
Am 15. Juni 1567 versuchte Marie zwar nochmals bei Carberry, in der Nähe von Edinburgh, das Ruder zu ihren Gunsten herumzureißen. Doch selbst das Heer, das sie mit Bothwell um sich geschart hatte, weigerte sich, für sie zu kämpfen. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich den Fürsten ihres Landes zu ergeben. Sie wurde im Loch Leven Castle gefangen gesetzt, auf einer Insel im Loch Leven. Dort zwang ihr Halbbruder sie am 24. Juli, ihre Abdankung zugunsten ihres Sohns zu unterzeichnen. Das knapp einjährige Kind wurde nur fünf Tage später in der Holy Rude Church in Stirling als König Jakob VI. gekrönt.
Flucht und Schauprozess
Im Loch Leven Castle erlitt Maria auch eine Fehlgeburt von Zwillingen. Angeblich soll sich ihr junger Gefängniswärter Willie Douglas in sie verliebt haben. Die Legende berichtet, mit seiner Hilfe sei es ihr gelungen, am 2. Mai 1568, knapp ein Jahr nach ihrer Gefangennahme, zu entfliehen. Wenige Tage danach führte Maria nochmals eine Armee von 6.000 Getreuen an. Diese wurde jedoch am 13. Mai bei Langside (heute ein Stadtteil von Glasgow) vernichtend geschlagen. Maria flüchtete und erreichte sechs Tage später Carlisle. Dort ersuchte sie ihre Großcousine, Königin Elisabeth I. von England, um Unterstützung gegen die rebellierenden schottischen Adligen.
Elisabeth Tudor war 1558 nach dem Tod ihres jüngeren Bruders Edward und ihrer älteren Schwester Maria I. („Bloody Mary”) Königin von England geworden. Ihr Vater Heinrich VIII. hatte ihre Mutter Anne Boleyn noch zu Lebzeiten seiner ersten Frau Katharina von Aragon, aber erst nach Elisabeths Geburt, geheiratet. Somit betrachteten besonders die vielen Katholiken in England Elisabeth als illegitime Thronfolgerin. Sie glaubten stattdessen, dass Maria als Urenkelin Heinrichs VII. rechtmäßig auf den englischen Thron gehörte. Aus diesen Gründen war die katholische Maria für Elisabeth und ihren protestantischen Hof eine ständige Bedrohung. Die sehr große katholische Minderheit in England sah nämlich in ihr die einzige Möglichkeit, die alte katholische Kirche wieder einzusetzen.
Noch war nicht entschieden, ob Maria für den Mord an Lord Darnley verurteilt werden sollte. Elisabeth ordnete eine Untersuchung an, die zwischen Oktober 1568 und Januar 1569 in York durchgeführt wurde. Die Untersuchung war politisch beeinflusst: Elisabeth wünschte keine Verurteilung wegen Mord. Maria berief sich darauf, dass sie eine rechtmäßige Königin sei und daher von keinem Gericht verurteilt werden könne. Ihr Halbbruder James Stewart hatte inzwischen die Regierungsgeschäfte übernommen und war bestrebt, Maria aus Schottland herauszuhalten und ihre Anhänger zu kontrollieren.
Der Fall hing weitgehend von den „Casket Letters“ (Schatullen-Briefen) ab, acht Briefen, die Maria angeblich an Earl Bothwell geschrieben haben soll. James Douglas, 4. Earl of Morton behauptete, sie seien in Edinburgh in einer silbernen Schatulle mit einem eingravierten F (angeblich für Franz II.) gefunden worden, zusammen mit anderen Dokumenten (darunter die Heiratsurkunde von Maria und Earl Bothwell). Maria wurde es nicht gestattet, die Briefe zu sehen oder beim Prozess etwas zu ihrer Verteidigung zu sagen. Sie wollte erst dann eine schriftliche Verteidigung abgeben, wenn Elisabeth ihr den Freispruch garantierte; dieser Vorschlag wurde abgelehnt. Obwohl die „Casket Letters“ nach einer Untersuchung der Handschrift und des Inhalts als echt befunden wurden, kam das Gericht zum Schluss, dass damit der Mord an Lord Darnley nicht bewiesen werden konnte. Dieses Ergebnis entsprach genau den Wünschen Elisabeths.
Die Authenzität der „Casket Letters“ ist bis heute unter Historikern umstritten. Die Originale gingen 1584 verloren und keine der zahlreich vorhandenen Kopien bildet einen kompletten Satz. Maria argumentierte, es sei nicht schwierig, ihre Handschrift zu imitieren. Es wurde auch vermutet, dass die Briefe komplette Fälschungen seien, dass verdächtige Passagen vor ihrer Verhaftung eingefügt worden waren oder dass die Briefe von Bothwell an eine andere Person geschrieben worden waren. Handschriftvergleiche führten oft zum Ergebnis, dass die Briefe nicht aus Marias Feder stammten. Es ist heute unmöglich, den Fall zu rekonstruieren. Ohne die Briefe hätte es keinen Prozess gegeben und nachträglich erscheint es, dass keine der beteiligten Parteien sonderlich an der Wahrheit interessiert war.
Gefangenschaft und Hinrichtung
Es folgten 18 Jahre Haft in den englischen Burgen von Carlisle, Bolton, Chatsworth, Sheffield, Buxton, Chartley und schließlich Fotheringhay. Diese Anlagen wurden deshalb gewählt, weil sie weit genug von Schottland wie auch von London entfernt waren. Die meiste Zeit befand sich Maria unter der Obhut von George Talbot, 6. Earl of Shrewsbury und seiner Ehefrau Bess of Hardwick; deren Tochter hatte Charles Stuart, den Bruder Lord Darnleys, geheiratet und ein Kind, Arabella Stuart, geboren. Marias zweiter Ehemann, der Earl of Bothwell, war in Norwegen verhaftet und nach Dänemark überführt worden, wurde verrückt und starb 1578 in Haft.
1570 wurde Elisabeth durch die Repräsentanten des französischen Königs Karl XI. überzeugt, Maria wieder auf den schottischen Thron zu bringen. Ihre Vorbedingung war jedoch die Ratifikation des Vertrages von Edinburgh, den Maria aber noch immer nicht unterschreiben würde. Dennoch verhandelte William Cecil, 1. Baron Burghley auf Weisung Elisabeths hin weiter mit Maria. Beide Königinnen haben sich zu Lebzeiten nie gesehen. Das Ridolfi-Komplott ließ Elisabeth erneut ihr Vorgehen überdenken. 1572 verabschiedete das Parlament nach Veranlassung der Königin ein Gesetz, das Maria von der englischen Thronfolge ausschloss. Unerwartet verweigerte Elisabeth jedoch die Zustimmung zu dem Gesetz, da sie erneut ihre Meinung geändert hatte.
Maria wurde für Elisabeth zu einer untolerierbaren Last, da immer mehr Komplotte auf sie zurückzuführen gewesen sein sollen (von Historikern wird vermutet, dass Marias Feinde, konkret der englische Geheimdienstchef Francis Walsingham, die Komplotte zu ihrem Nachteil arrangierten). Sie wurde am 25. September 1586 durch ein aus 40 (teils katholischen) Adligen bestehendes Gericht wegen Hochverrats für schuldig befunden, da sie angeblich am Babington Plot - einem geplanten Anschlag auf Elisabeths Leben - beteiligt gewesen sein soll. Doch erst am 1. Februar 1587 unterzeichnete Elisabeth die Hinrichtungsurkunde; sie hatte vorher noch versucht, den Gefängniswärter dazu zu bringen, dass er Mary ermordete, um die Hinrichtung zu umgehen. Maria Stuart wurde am 8. Februar im Schloss von Fotheringhay hingerichtet.
Fotheringhay in Sankt Petersburg.]]
Der Ablauf der Hinrichtung ist überliefert. Maria trug rote Gewänder, weil sie sich als katholische Märtyrerin darstellen wollte. Der Scharfrichter war unerfahren und nervös; er benötigte drei Schläge mit der Axt, um Marias Kopf vom Körper zu trennen. Der erste Schlag ging in die Schulter. Als er den Kopf nach der Hinrichtung hochhalten wollte, griff er jedoch nur in eine Perücke, der Kopf fiel herunter und rollte auf das Schafott. Viel zitiert ist auch, dass der Schoßhund der Königin sich in ihren Gewändern versteckt hatte und nach der Hinrichtung blutüberströmt von der Leiche entfernt wurde.
Maria Stuart wurde zuerst in der Kathedrale von Peterborough beigesetzt. Doch die Leiche wurde 1612 exhumiert, als ihr Sohn, der als Jakob I. in Personalunion auch über England herrschte, die Beisetzung in der Westminster Abbey anordnete. Dort liegt sie nur gerade neun Meter vom Grab ihrer Cousine Elisabeth entfernt.
Maria Stuart in Literatur, Musik und Film
Künstlerisch verarbeitet wurde ihr Leben in Friedrich Schillers Tragödie Maria Stuart (1800) und in der Biographie Maria Stuart von Stefan Zweig (1935).
Auf der Basis Friedrich Schillers Tragödie entstand Gaetano Donizettis Oper Maria Stuarda (1835). Auf der Opernbühne erscheint Maria Stuart außerdem in den Opern Maria Stuarda, regina di Scozia | | |